Selfpublishing: Vor- und Nachteile von Preisaktionen & Gratisaktionen

Dieser Beitrag bezieht sich im Wesentlichen auf E-Books.

Grundsätzliches zu Preisaktionen

Sinn und Zweck solcher Aktionen ist es, die Verkaufsgeschwindigkeit des Buches zu erhöhen, somit eine bessere Positionierung im Verkaufsranking des Online-Shops zu erreichen und auf diese Weise auch mehr Sichtbarkeit zu erzeugen, um wiederum neue Käufer zu gewinnen.

Der Vorteil einer Preisaktion, durch die die Verkaufszahlen Ihres Buches in die Höhe schnellen, ist also offensichtlich: Sie erweitern potentiell den Kreis Ihrer Leserschaft. Der Nachteil ist ebenso offensichtlich: Sie verdienen damit wenig bis (bei Gratisaktionen) gar kein Geld.

Warum können solche Aktionen Sinn machen?

Das eigene Werk, das normalerweise auch immer eine Herzensangelegenheit ist, einfach so „zu verschleudern“, nachdem man oftmals etliche Monate daran gearbeitet hat, dürfte den meisten Autoren und Autorinnen widerstreben.

Sinnvoll kann es aber trotzdem sein – nicht nur in Hinblick auf eine Erweiterung des Leserkreises, sondern auch in Hinblick auf die finanzielle Seite.

Der mögliche Vorteil von Preisaktionen

Die Erklärungsbedürftigkeit diesbezüglich ist im Falle von Preisaktionen, bei denen der Preis des Buches lediglich herabgesetzt wird (aber trotzdem etwas bezahlt werden muss), sicherlich nicht so groß wie bei reinen Gratisaktionen. Bei ersteren verdient man immerhin doch noch ein bisschen an seinen Büchern; und wenn sie dann im Ranking des Online-Shops gestiegen sind und der Preis wieder heraufgesetzt ist, vielleicht umso mehr – weil die Bücher mehr Sichtbarkeit erlangt haben und potentielle Leser und Käufer für stark nachgefragte Bücher womöglich bereitwilliger höhere Preise bezahlen.

Der mögliche Vorteil von Gratisaktionen

Gratisaktionen hingegen, insbesondere wenn es sich um ein dauerhaftes „Verschenken“ handelt, scheinen sich auf den ersten Blick nicht auszuzahlen. Weder verdient man damit auch nur ein bisschen Geld noch steigt man in den Verkaufsrankings – weil das Buch ja nun mal nicht verkauft wird, sondern verschenkt. Doch dahinter kann durchaus eine gute Strategie stehen. Solche von manchen Anbietern auch „XXL-Leseproben“ genannten E-Books erfüllen nämlich eben genau den Zweck, den Leseproben auch sonst erfüllen: Sie sollen zum Kauf animieren. Aber hier bezieht sich der Kaufanreiz nicht auf das Werk selbst – denn das kostet ja nichts -, sondern auf nachfolgende Werke oder bereits existierende andere Werke desselben Autors. Das macht vor allem Sinn, wenn das Gratis-E-Book der erste Teil einer Reihe ist, für die man auf diese Weise eine möglichst große Leserschaft begeistern möchte. Und wenn manche dieser Leser dann sogar noch gute Rezensionen schreiben sollten, könnte sich das auf den Verkauf des nächsten Werkes der Reihe sehr positiv auswirken.


Kritik

Es gibt Stimmen, die vehement gegen solche Preis- und Gratisaktionen sind – in der Annahme, dass dadurch der Markt kaputt gemacht wird. Die Leser sind dadurch angeblich immer weniger bereit, angemessene Preise zu zahlen, weil sie ja schließlich genügend E-Books gratis zur Auswahl haben.

Ich kann diese Sorge verstehen und teile sie gewissermaßen auch. Allerdings bin ich hinsichtlich der Frage, ob dies tatsächlich der Fall ist, noch unentschieden. Vielleicht ist es so, dass Qualität immer eine Chance haben wird, sich durchzusetzen und zur Geltung zu kommen – auch zu angemessenen Preisen. Vielleicht läuft sie aber auch Gefahr, von der schieren Masse günstiger oder kostenloser Werke begraben zu werden. Die weitere Entwicklung wird es zeigen…


Gratisaktionen als Werbemöglichkeit

Man kann Gratisaktionen als das Verteilen von Werbe- bzw. Rezensionsexemplaren betrachten. Zudem gibt es die Möglichkeit, in diesen Gratis-E-Books selbst Werbung zu machen für andere Werke, indem diese dort angepriesen und eine entsprechende Verlinkung gesetzt wird.

Ein möglicher Nachteil von Gratisaktionen

Einen Nachteil können derlei Preis- und Gratisaktionen natürlich dann darstellen, wenn es sich bei Ihrem Buch um ein Nischenprodukt handelt, das zudem auch nicht als Reihe angelegt ist, sondern für sich alleine steht. Dann könnte es nämlich der Fall sein, dass durch die Preis- oder Gratisaktion bereits alle potentiellen Käufer bzw. Leser des Werkes zugreifen und es für Noppes oder sehr wenig herunterladen. Sie haben auf diese Weise vielleicht die größtmögliche Leserschaft erreicht, was an und für sich eine schöne Sache ist; aber der Markt ist dadurch nun womöglich schon vollständig gesättigt – und verdient haben Sie daran nichts.

Geschenke müssen schön sein

Auf keinen Fall sollten Sie in dem Irrglauben: „es ist ja umsonst – da werden es die Leute schon nicht so genau nehmen“ weniger Sorgfalt in Hinblick auf die Gestaltung des Buches walten lassen! Wenn Sie der Leserschaft ein unfertig wirkendes, sprachlich mangelhaftes und schlecht formatiertes Buch „schenken“, kann der gewünschte Effekt schnell ins Gegenteil umschlagen, und es hagelt vernichtende Rezensionen, die den Verkauf des Buches (sowie der folgenden) für die Zukunft ruinieren können.

Wann Gratisaktionen ungünstig sind

Abraten würde ich von einer Gratisaktion vor allem dann, wenn Sie mit Ihrem E-Book bereits eine „Midlist“-Positionierung im Ranking des Online-Shops einnehmen, d. h. einen Platz etwa um die 300 bis 500. Denn wie schon erwähnt, werden die im Rahmen einer Gratisaktion heruntergeladenen Exemplare Ihres Buches nicht als Verkäufe gezählt. Das führt dazu, dass Sie für die Dauer der Gratisaktion überhaupt keine Verkäufe generieren, was Ihr Buch im Ranking fallen lassen wird – und plötzlich finden Sie sich jenseits der Top-1000 wieder…

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4 Comments

  1. Guten Tag,

    herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich habe im Blog noch ein Bisschen weiter gestöbert und kann sagen: „Zum Lesen und zum Teilen empfohlen!“

    Liebe Grüße

    Christiane

    Gefällt mir

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