Selfpublishing: Die Basics

Für Selfpublishing-Rookies: das Wichtigste im Überblick

Zugegeben, wenn man sich als Neuling auf dem Gebiet des Selfpublishing die einschlägigen Foren ansieht, kann es einem wie ein riesiger Berg vorkommen, der scheinbar unüberwindlich vor einem steht und den man aber überwinden muss, will man ein erfolgreicher Selfpublisher werden. Es gibt vieles zu beachten und (selbst) zu erledigen: ISBN, Formatierung, Korrektorat/Lektorat, Gestaltung/Design, Marketing und und und… Doch davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Schritt  für Schritt ist das alles zu meistern. indieautor möchte Sie darin unterstützen.

Hier nun ein paar erste grundsätzliche Dinge, die Sie beachten sollten.

Am Anfang von allem steht natürlich das geschriebene Wort. Ohne ein fertiges Manuskript gibt es nichts, was Sie veröffentlichen könnten. Falls Sie also noch nichts fertig geschrieben haben, setzen Sie sich jetzt ran und schauen Sie sich die Tipps und Infos hier auf indieautor erst an, sobald Ihr Werk vollendet ist. Halten Sie sich den Kopf frei, setzen Sie Prioritäten und belasten Sie sich nicht unnötig früh mit irgendwelchen formalen Schwierigkeiten, die evtl. nachher auf Sie zukommen könnten. Schreiben Sie Ihr Buch! 

Sie können das mit den üblichen Textprogrammen wie Word oder Open Office machen oder aber auch mit speziell für Autorinnen und Autoren entwickelter Schreib-Software, wie Papyrus Autor oder Scrivener.

Wenn Sie schon ein fertiges Manuskript in der Schublade, auf dem Schreibtisch, in PC oder Laptop haben, können Sie sich nun mit allem weiteren befassen.


1. Korrektorat/Lektorat

Machen Sie nicht den Fehler, der Fehlerlosigkeit Ihres Manuskriptes zu wenig Wert beizumessen. Auch wenn Sie Selfpublisher sind – die Leser werden das nicht als Argument oder Entschuldigung für ein Buch, das von Fehlern nur so wimmelt, durchgehen lassen. Mangelnde Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind ein Ärgernis bei der Lektüre und verderben das Vergnügen daran – auch wenn der Inhalt noch so spannend und interessant sein sollte. Seien Sie ehrlich: Sie selbst würden ein solches Buch auch nicht lesen wollen!

Und das ist nur die rein sprachliche Seite, d. h. ein sprachlich korrekter Text ist noch längst kein stilistisch oder strukturell oder inhaltlich guter Text. Zusätzlich zur Korrektur empfiehlt sich daher also auch immer ein professionelles Lektorat. Eine Übersicht entsprechender freier Lektorate finden Sie im Selfpublishing-Markt. Wenn Sie sich die Suche sparen möchten, können Sie auch die Hilfe von SKRIPTART in Anspruch nehmen, einem professionellen Lektorat, das Textarbeit in Kunst und Wissenschaft anbietet und mit indieautor.com verbunden ist. Das speziell für Autorinnen und Autoren von Belletristik angebotene Romanlektorat skriptdoktor bietet hohe Qualität zu fairen Preisen und kann auch über die eigentliche Textarbeit hinaus im Selfpublishing unterstützen (Covergestaltung, Formatierung, etc.), ist somit in der Lage, alles “aus einer Hand” zu liefern.

Selbstverständlich werden selbst die günstigsten Anbieter für ein ordentliches Lektorat auch ein dementsprechend ordentliches Honorar verlangen, was meiner Meinung nach aber absolut gerechtfertigt ist, wenn gute Arbeit geleistet wird. Ich bin kein Freund der Dumping-Kultur und Geiz-ist-geil-Mentalität.

Andererseits ist mir aber auch aus eigener Erfahrung der Umstand bekannt, dass man einfach nicht genügend Geld auf der hohen Kante liegen hat, um externe Anbieter zu bezahlen. Falls dies auch bei Ihnen zutreffen sein sollte, dann lassen Sie wenigstens gute Bekannte, Freunde oder Verwandte mit guten Deutschkenntnissen Ihr Werk lesen. Und bitten Sie sie ebenfalls darum, Sie auf Stellen in Ihrem Werk aufmerksam zu machen, die holprig, verwirrend, unschlüssig, wenig plausibel oder vielleicht gar unfreiwillig komisch wirken. Ein Werk steht und fällt mit der inneren Logik seines Aufbaus. Bitten Sie sie, ehrlich zu sein und kein Blatt vor den Mund zu nehmen; halten Sie sich selbst im Gegenzug dazu an, Kritik nicht allzu persönlich zu nehmen und der Meinung der anderen hinreichend Wert beizumessen.  Ich weiß: das Autoren-Ego ist ein empfindlich Ding und schnell gekränkt. Doch denken Sie immer daran: Wenn es Ihre Freunde und Verwandten sind, dann wollen sie Ihnen in der Regel helfen und Sie nicht beleidigen, wenn sie Kritik an Ihrem Werk äußern.

TIPP: Autorinnen und Autoren, die auf der Suche nach Unterstützung sind, egal in welcher Phase ihres Schreibens und egal in welcher Hinsicht, sollten sich den Service von indieautor anschauen oder direkt SKRIPTART besuchen! Gucken und fragen kostet nichts!


2. Titel, Cover, Klappentext

Diese drei Elemente sind die Kaufempfehlungen Ihres Buches. Wenn es hier nicht stimmt, wird Ihr Werk wahrscheinlich ein Ladenhüter bleiben – egal, wie gut der Inhalt sein mag.

Der Titel soll Ihr Buch von anderen unterscheiden und dennoch bereits anzeigen, um welches Genre es sich handelt und neugierig auf die Geschichte machen. Prüfen Sie vor der geplanten Veröffentlichung, ob es bereits ein Werk gleichen Namens gibt.

Auch bei der Covergestaltung gilt, dass man diese Aufgabe im besten Fall einem Profi überlassen sollte, wenn man grafisch nicht sehr begabt ist und sich mit den einschlägigen Bildbearbeitungsprogrammen hinreichend auskennt. Denn das Umschlagbild wird das Erste sein, was der potentielle Käufer in den Blick nimmt und sein Interesse weckt oder nicht. Alles Weiterführende zur Covergestaltung  und zur Titelauswahl finden Sie hier.

Hat Ihr Cover gewirkt und der interessierte Leser klickt Ihr Buch an, kommt der Klappentext an die Reihe. Es sollte ein Text sein, der neugierig auf Ihr Buch macht und zum Kauf animiert, ohne zuviel zu verraten, aber auch ohne sich in inhaltlosen Plattitüden zu ergießen á la “Lesen Sie selbst!” oder in Superlativen zu schwelgen á la “Das Großartigste, das Sie je gelesen haben!”. Sagen Sie, um was für ein Buch es sich handelt, worum es geht, an wen es sich richtet und worin die Stärken und Vorzüge liegen – aber übertreiben Sie nicht. Falls Ihr Werk entsprechende Rezensionen erhalten sollte, die Lobeshymnen gleichen – wunderbar. Aber schreiben Sie solche Beurteilungen bitte nicht selbst. Mehr zur Erstellung des Klappentextes finden Sie hier.


3. E-Book oder Print?

Ja, ein echtes, gedrucktes Buch ist natürlich etwas anderes und auch etwas schöneres als eine elektronische Datei. Und wenn man mich vor die Wahl stellen würde, ob ich mein Werk als leinengebundene Ausgabe mit Goldbondüre und Lesebändchen, erschienen im Suhrkamp Verlag, vorliegen haben möchte oder als E-Book bei Amazon, dann würde ich mich – ohne mit der Wimper zu zucken – für die gedruckte Suhrkamp-Option entscheiden. Man höre und staune! Doch wird man meistens ja auch nicht dadurch zum Selfpublisher, dass einem die Suhrkamp-Option nicht zusagt, sondern weil diese Option (zumindest bisher) nicht besteht.

Wir reden hier also von einer Entscheidung zwischen E-Book und Print im Selfpublishing. Und hier kann ich nur raten: Versuchen Sie es in jedem Fall zunächst mit dem E-Book. Die Erstellung eines E-Books ist in der Regel wesentlich günstiger und weniger zeitaufwendig als die einer Printversion – und: E-Books verkaufen sich meistens besser. Im Durchschnitt verkaufen die meisten Selfpublisher auf ein verkauftes Taschenbuch etwa zehn E-Books. Und selbst wenn der Preis für das Taschenbuch entsprechend höher angesetzt sein sollte, werden die E-Books dennoch lukrativer sein. Und wenn sich Ihr E-Book sehr gut verkaufen sollte, können Sie immer noch zusätzlich eine Taschenbuch-Ausgabe ins Auge fassen. In diesem Fall würde es also nicht heißen “entweder… oder”, sondern “sowohl… als auch” – wobei das E-Book dem Taschenbuch zeitlich vorgeordnet sein sollte. Lesen Sie hierzu auch Mit E-Books Geld verdienen.

Soll aus Ihrem Manuskript, das Sie mit Word oder Open Office erstellt haben, ein E-Book gemacht werden, muss es entsprechend konvertiert werden. Dafür gibt es gute Werkzeuge. Sollten Sie mit einem der bereits erwähnten Schreibprogramme wie Papyrus Autor oder Scrivener arbeiten, können Sie Ihre Datei direkt im epub-Format exportieren. Ansonsten gibt es das kostenpflichtige Programm Jutoh sowie das kostenlose Programm Calibre. Das erstere funktioniert tadellos, ist leicht zu bedienen und erfüllt auch die Ansprüche fortgeschrittener Selfpublisher. Beim zweiteren scheiden sich die Geister. Doch liegt hier, wie so oft, der Teufel im Detail und nicht an etwaigen Mängeln der Software selbst. Calibre ist schlichtweg zu tolerant, was seine Akzeptanz der Ausgangsversionen anbelangt; soll heißen, dass das Programm auch aus solchen Dateien noch E-Books formt, die mangelhaft aufbereitet worden sind. Und diese E-Books sind dann unter Umständen fürchterlich “zerfleddert” und fehlerhaft. Wenn Sie also ungeübt sind in Sachen Formatierung und keine bösen Überraschungen bei Ansicht Ihres selbst erstellten E-Books erleben möchten, ziehen Sie auch hier besser Profis zu Rate. Eine Auswahl entsprechender Dienstleister finden Sie hier. Empfehlen kann ich wiederum skriptdoktor.


4. Wo publizieren?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, E-Books zu veröffentlichen. Einmal, indem Sie die großen Anbieter direkt und in Eigenregie beliefern; zum zweiten, indem Sie sich für einen sogenannten Distributor entscheiden – einen “Zwischenhändler”, der die Verteilung an (beinahe) alle großen Anbieter für Sie übernimmt.

Sie werden sich schon denken können, wo jeweils die Vorteile und Nachteile der zwei Methoden liegen – und Sie haben recht. Entscheidet man sich für einen Distributor, läuft das eigene Werk über relativ viele Vertriebskanäle, ohne dass man selbst allzu viel Aufwand deswegen hätte. Der Nachteil: Natürlich möchten die Distributoren für diesen Service ein Stück vom Kuchen – sprich: Prozente von Ihrem Verkauferlös – abhaben, wodurch sich Ihre Einnahmen schmälern. Beliefert man die Anbieter selbst, hat man zugleich höhere Einnahmen pro Verkauf und aber auch einen wesentlichen höheren Aufwand, möchte man ähnlich viele Anbieter beliefern wie es die Distributoren tun.

Die Lösung könnte hier eine Kombination aus beidem sein, denn manche Distributoren bieten die Möglichkeit, die Belieferung bestimmter Anbieter (wie z. B. Amazon) auszugrenzen. So könnte man z. B. Amazon selbst beliefern und die Verteilung an andere Vertriebskanäle ggfls. einem der Distributoren überlassen. Welcher Weg hier am passendsten scheint, muss jedoch jeder Selfpublisher für sich selbst entscheiden. Mehr zum Thema sowie Entscheidungshilfen gibt es hier.

Wie auch immer Sie sich entscheiden, ein Gewerbe müssen Sie nicht unbedingt anmelden, wenn Sie Ihr Buch publizieren. Denn das Schreiben und auch das Verkaufen eigener Bücher gilt zunächst als freiberufliche Tätigkeit. Was Sie aber tun sollten, wenn Sie keinen Ärger mit dem Finanzamt riskieren möchten: Ihre Einnahmen aus dem Verkauf am Jahresende versteuern.


5. Marketing

Den Verkauf eines frisch publizierten Buches ins Rollen zu bringen, ist nicht einfach. Gutes Marketing ist beinahe eine Wissenschaft für sich und will gelernt sein. Das Grundproblem ist zunächst: Solange Ihr Buch noch nicht verkauft worden ist, hat es keine Chancen auf einen guten oder auch nur mittelmäßigen Platz in den Rankings. Solange es in den Rankings aber nicht auftaucht, ist es “unsichtbar” und wird vermutlich kaum gekauft werden. Es gilt also, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und eine annehmbare Positionierung im Ranking zu ergattern.

Probate Mittel hierfür sind Preisaktionen, die möglichst viele Leser zum Download Ihres Werkes animieren und somit das Ranking des Buches in die Höhe steigen lassen. Einen Beitrag zum Thema „Preisaktionen und Gratisaktionen“ finden Sie hier. Mehr zum allgemeinen Thema “Marketing” finden Sie hier.


Soweit die Basics zum Selfpublishing. Ich hoffe, dem einen oder der anderen sind sie eine kleine Hilfe. Weiterführende Informationen zum Selfpublishing finden Sie hier auf indieautor! Neue Beiträge zum Thema folgen.

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