Selfpublishing: Tipps zur Gestaltung des Covers eines E-Books

Der erste Eindruck zählt!

Das Cover Ihres Buches ist der Blickfang und die erste Empfehlung zum Kauf. Ein gutes Cover verspricht Wertigkeit, Qualität, Stil und handwerkliches Können auch in Hinblick auf den Inhalt des Werkes. Es kann also durchaus über den Verkaufserfolg im Shop entscheiden.

Hierzu müssen Sie sich vergegenwärtigen, dass das Cover Ihres Buches den Lesern im Online-Shop zunächst im „Briefmarken-Format“ gezeigt wird, also in einer sehr geringen Größe. Auch in dieser Darstellung sollte die Titelseite Ihres Werkes wirken, d. h. der Titel sollte lesbar sein und das Design ausgewogen und ansprechend. Die Farbgebung (des Titelbildes) spielt ebenfalls eine Rolle, wenn es darum geht, potentielle Leser und Käufer anzusprechen. Aber auch die Schwarz-Weiß-Darstellung sollten Sie prüfen, denn in dieser Form wird Ihr Cover auf dem Paperwhite oder auch dem Kindle 4 gezeigt werden.

Sie sehen schon, es gibt ziemlich viel, was man in die Überlegung bzgl. der Covergestaltung mit einbeziehen sollte, wenn man einen professionellen Auftritt im Online-Shop erreichen möchte.


1. Das Cover-Bild

Ich denke, es ist überflüssig zu sagen, dass Sie nicht einfach jedes beliebige Bild aus dem Internet verwenden können – auch wenn es noch so schön und passend für Ihr Buch erscheinen mag. Oftmals sind die Bilder urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne entsprechende Erlaubnis bzw. Lizenz für eigene Zwecke genutzt werden.

Es gibt aber andererseits im Internet genügend Quellen, um an Bilder zu kommen, bei deren Verwendung man sich dann im rechtlich sicheren Raum bewegt.


Auf der einen Seite wären da die kommerziellen Anbieter, die eine große Vielfalt von Bildquellen thematisch geordnet und kostenpflichtig zur Auswahl stellen, die sogenannten Stockfotos. Hier gibt es also ein großes Vorratsarchiv von Bildern, die im Gegensatz zu einer möglichen Auftragsfotografie auch recht günstig zu haben sind.

Für die Gestaltung von E-Book-Covern sind diejenigen Bilder aus den Bereichen „lizenzfrei“ (manchmal auch „royalty-free“ genannt) interessant, weil der Preis wie auch die Begrenzungen für die Nutzung einmalig festgelegt werden und der Käufer diese Bilder dann unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen frei nutzen darf. Diese Bilder sind bereits von ca. 1,- bis 20,- € pro Bild zu haben.

Auch bei den sogenannten „lizenzfreien“ Bildern ist es allerdings in den meisten Fällen verlangt, den Urheber zu nennen (z. B. im Impressum). Schauen Sie sich die Lizenzbestimmungen des jeweiligen Anbieters genau an!

Drei große Anbieter, bei denen es lizenzfreie Stockfotos gibt, sind: Fotolia, Dreamstime und Shutterstock. Darüber hinaus gibt es aber auch noch Pixabay, freepik und morgueFile – um ein paar weitere zu nennen.

Manchmal ist die gewerbliche Nutzung der Bilder untersagt, d. h. auch wenn das Herunterladen der Bilder kostenlos ist und die Verwendung als „lizenzfrei“ ausgewiesen, gilt immer: Achten Sie auf das Kleingedruckte!


Auf der anderen Seite gibt es auch Gratis-Bildquellen im Internet. Ich selbst bevorzuge diese Methode, zumeist in der Kombination mit der Verwendung von Bildbearbeitungsprogrammen.

Die sogenannten „Creative Commons“ (CC) teilen Werke (Texte, Bilder, Musikstücke, Videos) in Kategorien bezüglich ihres rechtlichen Schutzes und der daraus resultierenden Weiterverwendbarkeit ein. Die entsprechenden Einordnungen werden anhand von Icons ausgewiesen, mit denen die Werke gekennzeichnet sind. Die vier Grundbestimmungen sind die folgenden:

cc_icon_attributionDas  Werk darf  frei genutzt, verändert und weitergegeben werden. Aber Sie müssen den Namen des Urhebers nennen und ggfls. Änderungen angeben. Bei einem E-Book tun Sie das im Impressum. Darüber hinaus verlangt Creative Commons einen Link zur jeweiligen Lizenz – im vorliegenden Fall wäre das dieser.

cc_icon_noderivsDas Werk darf in keiner Weise verändert und bearbeitet werden.

cc_icon_noncommDas Werk darf in keiner Weise kommerziell genutzt werden.

cc_icon_sharealikeAuch wenn Sie das Werk bearbeitet und somit für sich „angepasst“ haben, gelten die ursprünglichen Bedingungen weiter.

Beliebte Kombinationen dieser vier Grundbestimmungen sind z. B.:

cc_icon_attributioncc_icon_noncomm Das Werk darf bei Namensnennung des Urhebers frei verwendet werden. Aber es darf in keinem Fall kommerziell genutzt werden.

cc_icon_attributioncc_icon_noderivs Das Werk darf bei Namensnennung des Urhebers frei, in diesem Fall auch kommerziell, verwendet werden. Aber das Werk darf nicht verändert oder bearbeitet werden.

Sie sehen, es bedarf eines genauen Hinschauens, ob ein Bild aus den CC nun für das eigene E-Book Cover in Betracht kommt oder nicht. Völlig problemlos und ein Haupttreffer ist es, wenn Ihr Wunschbild mit diesem Icon gekennzeichnet ist:

30px-Cc-zero.svg      Das Werk ist komplett gemeinfrei. Es darf vollkommen frei und zu jedem Zweck verwendet werden.

Wie finde ich CC-lizensierte Bilder?

Google hat seine Bilder-Suche ausgebaut und bietet jetzt komfortable Suchmöglichkeiten nach CC-lizenzierten Bildern. Dazu muss man bei images.google.de auf die „Erweiterten Einstellungen“ klicken. Dort kann man unter dem Punkt „Nutzungsrechte“ die gewünschten Nutzungsfreiheiten für die Suche anklicken. Und dann findet man CC-lizenzierte Bilder.

Yahoo bietet diese Möglichkeit schon länger an. Aber mit Google findet man mehr. Auf search.creativecommons.org gibt es eine Übersicht zu einigen Diensten, die es ermöglichen, CC-Content zu finden.

Auch über die Foto-Plattform flickr lassen sich CC-Bilder finden. Wählen Sie hier „erweiterte Suche„und klicken Sie dann auf die Checkboxen „Nur in Inhalten mit einer Creative Commons-Lizenz suchen“, „Nach Inhalten zur kommerziellen Nutzung suchen“ und „Nach Inhalten für Änderung, Anpassung oder Bearbeitung suchen“. Dann geben Sie Ihren Suchbegriff ein.Werden Ihnen die Bilder angezeigt, beachten Sie die „weiteren Informationen“ zu jedem Bild. Dort werden Sie die entsprechenden Icons finden, die oben angesprochen wurden. Und anhand dieser Kennzeichnung können Sie dann die Bilder nach ihrer Nutz- und Verwendbarkeit auswählen.

Eine Sache noch: Nutzen Sie besser keine Bilder unter „Creative Commons“ für Ihr E-Book-Cover, wenn darauf Personen erkennbar abgebildet sind. Denn damit könnte evtl. das Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person(en) verletzt werden – auch wenn das Urheberrecht bzgl. des Werkes (unter bestimmten Lizenzbedingungen) freigestellt sein sollte.

Zu guter Letzt gibt es natürlich auch noch die eigenen Fotos. Heutzutage hat ja mittlerweile beinahe jeder Hunderte und Abertausende von Fotos auf seiner Festplatte oder im Smartphone. Und darunter mag es durchaus das eine oder andere Bild geben, das sich evtl. für ein Buchcover eignen könnte. Doch nicht jedes gute Foto ist für jedes Genre geeignet. Und nicht jedes gute Foto ist auch sofort als Bild eines Buchcovers geeignet. Nicht jedes gute Foto ist ein gutes Foto. Klingt komisch, ist aber so. Es bedarf eines guten Blicks sowie Vorstellungsvermögens in Hinblick auf das fertige Cover, um die Verwertbarkeit eines Bildes richtig einschätzen zu können. Unterschätzen Sie das alles nicht. Fotografie ist Kunst und Handwerk, die gelernt werden wollen, wenn man sie beherrschen möchte. Und ebenso verhält es sich mit Grafik und Design.

Und auch hier gelten bestimmte Regeln bzgl. der Rechte – auch wenn es es sich um Ihre eigenen Bilder handeln sollte. Die kommerzielle Nutzung bestimmter selbstaufgenommener Bilder, wie z. B. von berühmten Sehenswürdigkeiten und Kunstgegenständen, ist oftmals ohne besondere Erlaubnis untersagt. Und wiederum dürfen nicht ohne weiteres Bilder von Personen veröffentlicht werden. Für eine kommerzielle Nutzung muss zuvor eine schriftliche Einverständniserklärung der fotografierten Person(en) eingeholt werden – wenn man keinen Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht begehen möchte.


2. Der Buchtitel

Titel sprechen den potentiellen Leser und Käufer an – oder eben nicht. Nichtssagende Titel laden nicht zum Klick ein.Der aussichtsreichste Weg, den Leser anhand des Titels für Ihr Werk zu interessieren, ist es, wenn es Ihnen gelingt, Emotionen und innere Bilder zu erzeugen. Arbeiten Sie mit semantischen Feldern, passend zu dem Genre, in dem Sie schreiben!

Im Bereich Fantasy zum Beispiel findet man als Reizworte andauernd Drachen, Wölfe, Blut, Prophezeiungen, Krieg, Schwerter, Mond und dergleichen im Titel. Auf mich wirkt das auf die Dauer ziemlich gleichförmig und einfallslos, es scheint aber im Großen und Ganzen zu funktionieren. Ich würde dazu raten, nach einem Titel zu suchen, der zwar relativ eindeutig dem Genre zugeordnet werden kann, sich aber dennoch durch Abweichung von Stereotyp und Klischee wohltuend von den meisten Mitbewerbern abhebt.

Der Titel Ihres Buches sollte einen Bezug herstellen sowohl zum Genre als auch zum Inhalt des Werkes. Zwar darf er natürlich rätselhaft sein, aber doch nicht so sehr, dass der potentielle Leser im Online-Shop erst das Buch gelesen haben müsste, um etwas damit anfangen zu können. Sonst schüttelt er womöglich verständnislos den Kopf und klickt ein anderes Buch an…

Um die Leser und potentiellen Käufer Ihres Buches anzusprechen, können Sie auch mit stilistischen Mitteln arbeiten. Durch überraschende Wortverbindungen oder Abwandlung bekannter Redewendungen können Sie Aufmerksamkeit und Neugierde wecken. Alliterationen „klingen“ im Kopf des Lesers und bleiben aufgrund ihres mnemotechnischen Effekts eher im Gedächtnis hängen. Beispiele dafür wären: „Ronja Räubertochter“, „Götter, Gräber und Gelehrte“, „Tim Thaler“, „Leonce und Lena“, „Blumen des Bösen“, „Der kaukasische Kreidekreis“, „Von Mäusen und Menschen“, „Schuld und Sühne“, „Pride and Prejudice“ und natürlich „Alberne Alliterationen“ von Lupo Huez. Neben der Alliteration gibt es selbstverständlich noch viele andere Möglichkeiten, den Titel des eigenen Buches zum Klingen zu bringen, wie z. B. der Rhythmus, ein Reim, die Anapher, formale Wiederholungen usw. – Beschäftigen Sie sich etwas eingehender mit rhetorischen Mitteln, und Sie werden sicher noch viel mehr Möglichkeiten entdecken.

Mit ins Kalkül bei der Titelauswahl können Sie auch Suchwörter ziehen, die Ihren Buchtitel dann bei der Nutzung von Suchmaschinen leichter auffindbar machen.

Und zu guter Letzt: Nicht zu kompliziert! Weder sollte der Titel Ihres Buches ellenlang sein noch sollte er Fremdwörter beinhalten, die nur von einem Bruchteil der Menschheit verstanden werden – es sei denn es handelt sich um Ihre Dissertation in Astrophysik, die Sie aus nur Ihnen bekannten Gründen als E-Book veröffentlichen möchten. Und auch englischsprachige Titel oder Titelbestandteile – so cool und modern sie auch sein mögen – sollten Sie nur dann einsetzen, wenn Sie sich sicher sind, dass sie von der Mehrzahl der anvisierten Zielgruppe verstanden werden.

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4 Gedanken zu „Selfpublishing: Tipps zur Gestaltung des Covers eines E-Books

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