So wird´s gemacht: Wie man ein sauberes eBook erstellt

Zwar kann man als Selfpublisher über die entsprechenden Plattformen in der Regel meistens auch Word-Dokumente und andere Dateien hochladen, um sie von dem jeweiligen Anbieter in eine eBook-Datei umwandeln zu lassen. Aber manchmal ist es auch sinnvoll, selber in der Lage zu sein, ein einwandfreies eBook herzustellen, z. B. wenn man es auf der eigenen Website zum Download anbieten möchte. Dieser Beitrag zeigt, wie man ein Textdokument zu diesem Zweck vorbereitet und anschließend in ein ePub konvertiert.

Formatierung eines Word-Dokuments

Die Formatierung einer Printausgabe lässt sich nicht ohne weiteres auf das eBook übertragen, es sei denn, man entscheidet sich dafür, das eBook als pdf-Datei anzubieten. In der Regel wird man sein eBook aber als ePub-Datei anbieten wollen, da diese das Standard-Format für eReader ist. Das ePub lässt sich vom Leser gemäß seiner Bedürfnisse über den eReader anpassen, das pdf hingegen bleibt starr formatiert und kann bei der Lektüre unter Umständen recht unkomfortabel sein.

Um das Textdokument für das eBook aufzubereiten, sollte man die Formatierung so einstellen, dass der Inhalt möglichst einfach und übersichtlich gestaltet ist. Folgende Punkte sind dabei vor allem zu beachten:

  • Umbrüche vermeiden: Alle überflüssigen Zeilenumbrüche und Leerzeichen im Dokument sollten entfernt werden.
  • Formatvorlagen nutzen: Die Formatierung des Dokuments sollte vereinheitlicht werden, indem bei Word-Dateien der komplette Inhalt markiert und die Formatvorlage Standard ausgewählt wird. Für Überschriften wählt man am besten die Formatvorlage Überschrift 1.
  • Inhaltsverzeichnis anlegen: eBooks brauchen ein Inhaltsverzeichnis. Dieses legt man mithilfe der mit Überschriften gekennzeichneten Abschnitte an. Textverarbeitungsprogramme wie Word oder auch Open Office bieten die Funktion „Inhaltsverzeichnis automatisch erstellen“, die man zu diesem Zwecke nutzen sollte.
  • Bilder formatieren: Die Bilder sollte man so einfügen, dass diese mit dem Text in der Zeile formatiert werden. Hierfür klickt man mit der rechten Maustaste auf das Bild und wählt die Funktion Textumbruch → Mit Text in Zeile. Bei der Größe der Bilder sind gewisse Minimal- und Maximalanforderungen zu beachten, damit eine einwandfreie Darstellung im eBook gewährleistet ist. Diese Vorgaben unterscheiden sich bei den verschiedenen Plattformen und Lesegeräten (Tolino, Amazon, Apple, etc.), so dass man hier schwer die eine verbindliche Empfehlung aussprechen kann. Bewährt hat sich eine Größe von 580 Pixel Breite und 780 Pixel Höhe. Hierbei handelt es sich aber nur um Richtwerte, und es kommt natürlich auch immer auf das jeweilige Format des Bildes an.
  • Covervorgaben beachten: Die Größe für Coverbilder ist im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter angewachsen, was mit der Entwicklung der Lesegeräte zusammenhängt. Die separate Coverbild-Datei lege ich momentan i. d. R. mit einer Größe von 2500 Pixel Höhe und 1663 Pixel Breite an, was einem Seitenverhältnis von 9:6 entspricht. Die später in das eBook eingebundene Cover-Datei ist etwas kleiner, nämlich 2000 Pixel Höhe und 1330 Pixel Breite.
  • Tabellen/Spalten entfernen: Wenn es nicht absolut nötig ist, sollte man auf Tabellen und Spalten im eBook verzichten, da die Darstellung in vielen Fällen nicht optimal ausfallen wird. Sollten diese Elemente aber unabdingbar sein, empfiehlt es sich, diese als Bilddateien einzufügen.

Konvertierung eines Word-Dokuments in ein ePub

Nachdem die Textdatei (und auch die Coverdatei) entsprechend den oben dargestellten Vorgaben angelegt worden ist, speichert man den Text als gefilterte Webdatei (*.html) ab. Diese Möglichkeit findet man im Dropdown Menü, wenn man Speichern unter (Word) wählt.

Um nun aus der Word-Datei eine ePub-Datei zu erstellen, benötigt man eine entsprechende Software. Ich selbst nutze dazu überwiegend Jutoh und bin damit sehr zufrieden. Da dieses Programm allerdings kostenpflichtig (wenn auch erschwinglich) ist, empfehle ich allen, die kein Geld ausgeben möchten, die kostenlose Software Calibre, die ich vor allem dazu nutze, um meine eBooks zu verwalten. Aber damit lässt sich auch bequem ein Textdokument in ein eBook konvertieren.

1. Calibre installieren

Zunächst einmal muss man sich die Konvertierungssoftware Calibre herunterladen und auf dem eigenen Rechner installieren. Ich empfehle den kostenfreien Download (Achtung: entweder 32 Bit-Version oder 64 Bit-Version – je nachdem, was für einen Rechner man hat) über das Download-Portal von Chip, weil man hier ziemlich sicher sein kann, dass man sich keinen Virus einfängt: hier

2. Datei hinzufügen und Metadaten bearbeiten

Nachdem man es installiert hat, öffnet man Calibre, klickt auf den grünen Button Bücher hinzufügen oben links und wählt die vorbereitete Webdatei von der eigenen Festplatte aus, um diese der Calibre-Bibliothek hinzuzufügen. Danach klickt man auf den Button Metadaten bearbeiten, um entsprechend die Metadaten für das eBook einzutragen: Titel, Autor, Herausgeber, Erscheinungsjahr, ISBN, Sprache, etc. Zudem lädt man nun das vorbereitete Coverbild hoch und bestätigt schließlich alle Angaben per Klick auf OK.

3. Dokument konvertieren

Wenn alles richtig angegeben ist, klickt man den nächsten Button: Bücher konvertieren.

Hier kann man, wenn nötig, noch einmal die Formatierungen anpassen (z. B. Layout oder Inhaltsverzeichnis) sowie in einem Dropdown Menü die Formatausgabe (ePub, mobi, etc.) bestimmen. Unter dem Punkt EPUB-Ausgabe empfiehlt es sich, ein Häkchen bei der Option Seitenverhältnis des Titelbildes beibehalten zu setzen, damit sich das Coverbild flexibel an das jeweilige Lesegerät anpassen kann. Wenn alles korrekt eingestellt ist, kann man die Konvertierung veranlassen, indem man OK klickt.

Die Datei wird nun ins ePub-Format konvertiert.

4. eBook prüfen

Nun sollte man sich das erstellte eBook in Calibre anschauen und auf sein Erscheinungsbild hin prüfen. Wenn man zufrieden ist, kann man die so erzeugte Datei über den Button Bücher exportieren auf der eigenen Festplatte oder einem anderen Medium speichern.

5. ePub validieren

Was man abschließend auf jeden Fall auch noch tun sollte, ist, das erstellte eBook von einer entsprechenden Software validieren zu lassen. Ein Validierungsprogramm prüft das eBook nicht auf das äußere Erscheinungsbild, sondern die ´technische Sauberkeit´ der Dateien, um einwandfreie Funktionalität zu gewährleisten. Hierfür nutzt man am besten den EPUB Validator oder den ePub Checker.

Wenn die Validierung fehlschlägt, werden einem die Fehler vom Validierungsprogramm direkt angezeigt. Diese lassen sich dann in Calibre korrigieren. Anschließend prüft man die korrigierte Fassung erneut.

Wenn die Prüfung schließlich erfolgreich ist, kann man die ePub-Datei bedenkenlos auf der eigenen Website oder auf einer anderen Plattform zum Kauf anbieten.


Hat der Beitrag geholfen? Gibt es Ergänzungen? – Dann freue ich mich über einen Kommentar!

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