Über Tagebuchschreiben und Lebenskunst. Ein Gastbeitrag von Olaf Georg Klein

Lebenskunst wird nicht gelehrt

Es ist immer verdächtig, wenn etwas als „selbstverständlich“ vorausgesetzt wird. So ist es auch mit der Lebenskunst. Warum wird sie nirgendwo unterrichtet? Fällt sie niemandem schwer? Kann das jeder: ein glückliches, sinnvolles und gelungenes Leben führen; gewaltfrei kommunizieren; wissen, was er will und was nicht; sich gut und leicht entscheiden; die eigenen Emotionen beeinflussen; selbstständig denken; Manipulationen erkennen; gelungene Liebesbeziehungen gestalten. Alles keine Kunst?

Beim Autofahren nimmt man ein Lenkrad in die Hand, gibt Gas, bremst und muss ein paar Verkehrszeichen beachten. Das muss jeder lernen und sogar eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. Eine wirkliche Lebenskunst hervorzubringen und zu zelebrieren ist unendlich herausfordernder. Also warum schenken wir ihr so wenig Beachtung?

Vielleicht wird sie deswegen nicht gelehrt, weil sich Menschen dann schwerer ausbeuten und unterdrücken lassen, weniger verleiten und manipulieren. Wer selbstzentrierter, klarer und abgegrenzter ist, ist auch widerständiger und stört am Ende vielleicht sogar die allfällige Beschleunigung und das Wachstum um jeden Preis.

 

Lebenskunst gilt es selbständig zu lernen und zu üben

Lebenskunst kann man lernen – muss es aber nicht. Doch auch sie wird geprüft. Nicht von einem Prüfer oder einer Kommission – vom Leben selbst. Spätestens dann, wenn es zu Ende geht. Solange sollte man besser nicht warten. Eines der besten Instrumente, um Lebenskunst zu lernen, weiterzuentwickeln oder wiederzuerlangen, ist ein Tagebuch. Denn Grenzüberschreitungen und Einseitigkeiten, Routinen und Fremdbestimmungen vollziehen sich schrittweise, beinahe unmerklich. Jeden Tag ein bisschen mehr. Irgendwann fühlt man sich wie in einem ferngesteuerten Leben. Getrieben und gehetzt von innen und außen. Und nicht wenige haben das Gefühl, dass ihnen ihr eigenes Leben entgleitet. Sie nehmen wahr, dass sie trotz aller verheißenen Freiheiten von Sachzwängen und Notwendigkeiten umzingelt sind. Dazu kommen die angepriesenen Ablenkungen auf allen Kanälen. Und im analogen Leben hier eine Veranstaltung, die man nicht verpassen sollte, da ein Event und dort ein Konzert. Und eine Reise müsste ja auch mal wieder sein. Aber wann und wo findet eigentlich die Reise nach innen statt? Die Selbstreflexion? Die Selbstbefragung? Der französische Philosoph Blaise Pascale hat das schon etwas spöttisch im 17. Jahrhundert beschrieben: „Sie glauben, aufrichtig nach Ruhe zu streben, und sie streben tatsächlich nur nach rastloser Bewegung. Sie haben einen geheimen Trieb, der sie bewegt, äußerliche Zerstreuung und Beschäftigung zu suchen … und sie haben einen weiteren geheimen Trieb…, der sie erkennen lässt, dass das Glück tatsächlich nur in der Ruhe und nicht im Tumult liegt.“[1]

Genau hier kann ein Tagebuch zum Ruhepol werden, zum idealen Reiseführer nach innen, zum Grenzwächter und Ratgeber. Wer Tagebuch schreibt, kann Klarheit und Besinnung finden und auf dem Papier Möglichkeiten durchspielen, die er später so oder so Wirklichkeit werden lässt. Die Selbstgestaltung des eigenen Lebens kann hier ihren Anfang nehmen.

 

Geheimnisse des Tagebuchschreibens

Um Tagebuch zu schreiben, das eigene Leben zu reflektieren und hin und wieder ein bisschen aus der Distanz zu betrachten, muss man sich eigentlich nur einen Moment der Stille suchen. Alles andere passiert fast von ganz allein. Man nimmt einen Stift oder öffnet eine Datei mit der Überschrift „Tagebuch“ und fängt an zu schreiben. Über das, was einem selbst (und nur einem selbst) wirklich wichtig ist. Ein Gedanke, ein Gefühl, ein Bedürfnis, ein Wunsch, ein Traum. Oder man verfasst einen fiktiven Brief. Beim Schreiben über sich selbst (und nicht an andere) hält man nicht nur an (wie bei einer Meditation oder im Schlaf), sondern geht zugleich nach innen. Tagebuchschreiben heißt, sich selbst und das eigene Leben ernst zu nehmen und nicht einfach an sich vorbeiziehen zu lassen.

Da man nicht alles aufschreiben kann, was einem durch den Kopf geht (oder was man erlebt), muss man unterscheiden, was für einen selbst wesentlich ist und was unwesentlich. Und während man das tut, lernt man es, ganz nebenbei. Denn, was einem im Moment interessant erscheint, kann aus der Perspektive von ein paar Tagen später schon ziemlich banal sein und umgekehrt. Es ist wertvoll, das zu bemerken und daraus seine Schlussfolgerungen zu ziehen. Damit man sein Leben nicht mit Banalitäten vergeudet.

Das Geheimnis des Schreibens selbst besteht darin, dass es zu einer Verlangsamung, Beruhigung und Selbststrukturierung führt. In meinem Buch über das Tagebuchschreiben habe ich das so formuliert: „Oft gibt es in konfliktreichen Situationen ein gewisses Durcheinander, eine Gleichzeitigkeit von Ängsten und Erwartungen, von Befürchtungen und Interpretationen, die sich, wenn sie einmal niedergeschrieben wurden, leichter einordnen und benennen, prüfen und befragen lassen.“[2]

So hilft das Tagebuchschreiben ganz nebenbei, das Eigene und das Fremde besser zu unterscheiden. Denke ich das wirklich – oder soll ich das denken? Fühle ich es wirklich – oder soll ich es fühlen? Sind das wirklich meine Ziele, oder habe ich sie nur blind von anderen übernommen? Schon nach ein paar Tagen oder Wochen, beim Wiederlesen, lässt sich das oft viel leichter entscheiden als im Moment selbst.

 

Das Tagebuch als treuer Begleiter

Das Tagebuch verhilft einem zu einer vertieften Selbsterkenntnis. Und damit sollte man besser nicht erst nach dem ersten Burnout beginnen. Wie schrieb schon Mark Aurel: „… diejenigen, die nicht mit Aufmerksamkeit den Bewegungen ihrer eigenen Seele folgen, geraten notwendig ins Unglück.“[3] Und das größte (oft zu spät bemerkte) Unglück ist es, wenn man sich immer schneller und intensiver mit dem Außen beschäftigt oder ablenkt, aber viel zu selten oder nie mit dem eigenen Inneren.

Einmal mit einem Tagebuch begonnen, gelingt es immer besser, sich von ständiger äußerer Zerstreuung und Ablenkung abzugrenzen und sich auf sich selbst zu konzentrieren.

Außerdem ist das Tagebuch unser besseres Gedächtnis. Wie oft nimmt man sich vor, oder ist sich ganz sicher, einen bestimmten Augenblick nie mehr zu vergessen. Und dann? Nach ein paar Wochen oder Monaten und erst recht nach ein paar Jahren, ist er für immer verschwunden. Im Tagebuch kann man noch einmal nachlesen, was einen berührt hat und warum.

Zudem kann man im Tagebuch mit der Zeit spielen. Ein kleiner schöner Moment des Tages kann darin genau und ausführlich beschrieben und damit ausgedehnt und hervorgehoben werden. Wie in einer Zeitlupe tritt er dann (für immer) ganz deutlich hervor. Der italienische Schriftsteller Cesare Pavese beschreibt das in seinem Tagebuch so: „Es ist, kurz gesagt, eine Art, den Saft herauszuholen aus den allerkleinsten Dingen, die gewöhnlich vernachlässigt werden.“[4]

Anderes dagegen wird einfach übergangen, lässt man weg, weil es einem nicht wichtig ist. So wird man nach und nach zum Gestalter seiner Wahrnehmung und seines Lebens. Und man kann die schöne, gelungene, beste Zeit obendrein vervielfachen, indem man seine Tagebücher Monate oder Jahre später noch einmal liest. Immer wieder, so oft man möchte.[5]

Oft meint man ja auch, die Gegenwart sei einfach so vorhanden und würde sich nicht wandeln. Aber wenn man Dinge aufschreibt, bemerkt man sehr gut, wie sich das eigene Denken und Fühlen und auch die Dinge und die Menschen um einen herum verändern. So erinnert einen das Tagebuch ganz dezent immer wieder an die Unbeständigkeit und die Endlichkeit des eigenen Lebens. Das führt nach und nach dazu, dass man sich angewöhnt, den gegenwärtigen Moment tiefer und intensiver zu genießen, weil er so bestimmt nie wiederkehren wird.[6]

 

Ein Tagebuch ist kein Blog und ein Blog kein Tagebuch

Damit ist klar, dass ein Tagebuch, das der Lebenskunst dient, authentisch sein muss und darum nur geheim sein kann. Es geht nicht darum, jemanden von irgendetwas zu überzeugen oder jemandem etwas zu beweisen. Ein solches authentisches Tagebuch schreibt man ausschließlich für sich selbst. Das Thema heißt Lebenskunst und Selbsterkenntnis. Und um radikal ehrlich zu sein, darf es gerade nicht mit einem offenen oder heimlichen Blick auf irgendeine Veröffentlichung verfasst werden. Es dient der Selbsterfahrung und nicht der Selbstdarstellung. Es kann radikal sein oder zögerlich, frech oder schüchtern, übergriffig oder zurückhaltend. Und nicht immer ist das Tagebuch nur vorteilhaft für den Schreibenden selbst. Es geht ja auch nicht darum, gut auszusehen, sondern seinen eigenen Weg zu finden. Und zur Lebenskunst gehört eben auch das Verwerfen, das nicht so Gelungene, der Versuch, die Skizze. Das Tagebuchschreiben ist ein vollkommenes Reich der Freiheit, in dem niemand zensiert und niemand prüft, niemand klagt und niemand sich einmischt. Von daher ist klar, dass ein Blog etwas vollkommen anderes ist als ein Tagebuch. Er ist für die Veröffentlichung geschrieben, hat bekannte oder unbekannte Leser vor Augen. Er ist auf Wirkung aus, will überzeugen und andere beeinflussen. Das Tagebuch aber ist vollkommen diskret und wirkt trotzdem, nämlich für und durch uns selbst.

 

Der Beitrag des Tagebuchschreibens zur Lebenskunst

„Nimm dir Zeit für dich selbst“,höre in dich hinein“, so „spricht“ das Tagebuch zu seinem Schreiber, seiner Schreiberin. „Genau genommen hat ein Tagebuch bereits Auswirkungen auf das eigene Leben, noch ehe es geschrieben wird… Allein das Wissen, dass das Tagebuch als gesprächsbereiter Zuhörer und Reflexionspartner zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt zur Verfügung steht, kann eine beruhigende und zentrierende Wirkung haben, selbst wenn man für Tage oder Wochen gar nicht schreibt. Die größten Effekte hat das Tagebuchschreiben allerdings im Moment des Schreibens selbst.“[7] Und beim Wiederlesen.

Wer Tagebuch schreibt, kann seine Emotionen nach und nach besser unterscheiden, in Worte fassen und ausdrücken, ohne andere zu verletzen oder zu beleidigen. Er kann unfertige Gedanken und Einfälle zu Ende denken und überprüfen. Entscheidungen durchspielen und aus dem Abstand von ein paar Tagen noch einmal ansehen, bevor er sie verkündet oder umsetzt. Er kann den eigenen Körper genauer wahrnehmen und immer wieder in eine Balance bringen von Herausforderung und Entspannung, von Bewegung und Ruhe, von Verausgabung und Erholung. Wer beim Schreiben bemerkt, dass er bestimmte Fehler im Leben wiederholt, kann sein Verhalten variieren und nach und nach ändern. In einer Kultur der Verherrlichung von Gewalt in Nachrichten, Filmen und Spielen kann er sich fragen, ob es ihm wirklich gut tut, diese Bilder in sich aufzunehmen, und wie sie auf ihn wirken.

Man kann sich angewöhnen, das Glück, wenn es denn da ist, intensiv wahrzunehmen und sich seine Lebendigkeit und sein Selbstbewusstsein zu erhalten. Und nicht zuletzt kann man der zärtlichen Geste im Alltag wieder einen Raum geben und seine Liebesbeziehungen nicht als gegeben hinnehmen, sondern als ein kostbares Geschenk ansehen und beschreiben. Wie es zum Beispiel der Schriftsteller und Philosoph Paul Valéry in seinen „Heften“ auf poetische Weise getan hat: „…können doch Körper und Körper sich bisweilen verständigen und einander antworten und sich gegenseitig himmlisch erahnen.“[8]

Auch das Erinnern und das Vergessen kann man selbst gestalten und muss es nicht dem blinden Zufall überlassen. So hilft einem das Tagebuchschreiben zu erkennen, dass das Leben nicht erst in einer fernen, erhofften Zukunft beginnt, sondern im Hier und Heute und dass es seinen Sinn in sich selbst hat und niemals nur ein Mittel zu irgendeinem Zweck ist.

Und wer nach alledem Anregungen sucht, um selbst mit einem Tagebuch zu beginnen oder auch um zu sehen, wie andere berühmte oder weniger bekannte Menschen ihre Tagebücher geführt haben, der möge das einfach in meinem Buch „Tagebuchschreiben[9] genauer nachlesen und sich davon inspirieren lassen. Es ist nie zu spät, einen neuen Anfang zu machen und die erste Zeile zu schreiben. Oder um es mit Mark Aurel zu sagen: „… komm, so lange du es noch kannst, dir selber zur Hilfe, wenn du dich selbst einigermaßen liebhast.“[10]

 


[1] Blaise Pascal: Gedanken. Leipzig 1987, S. 72.

[2] Olaf Georg Klein: Tagebuchschreiben. Berlin 2018, S. 15.

[3] Mark Aurel: Selbstbetrachtungen, 4. Aufl., Leipzig 1982, S. 16, Buch II, Sentenz 8.

[4] Cesare Pavese: Das Handwerk des Lebens, Frankfurt/M. 1974, S. 318, Tagebucheintrag vom 5. März 1947.

[5] Olaf Georg Klein, ebd., vgl. Dehnung, Verdichtung und Vervielfachung der Zeit, S. 125ff.

[6] Olaf Georg Klein, Zeit als Lebenskunst, Berlin 2007, S. 151ff. über die Unbeständigkeit.

[7] Olaf Georg Klein: Tagebuchschreiben. Berlin 2018, S. 53.

[8] Paul Valéry: Cashiers/Hefte, 6 Bände, Frankfurt/M. 1987, Band V, S. 96.

[9] Olaf Georg Klein: Tagebuchschreiben, Berlin 2018.

[10] Mark Aurel: a.a.O. S. 28, Buch III, Sentenz 14.


Zum Autor

(c) Juliane Flöting

Olaf Georg Klein studierte Evangelische Theologie mit den Schwerpunkten Philosophie und Psychologie an der Humboldt Universität. Er lebt und arbeitet als Autor und Coach in Berlin. 1997 war er Writer in Residence und Gastprofessor am Dickinson College, PA, USA. Er ist Mitglied des PEN, Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik und Lehrcoach des Deutschen Coaching Verbandes (DCV). Er veröffentlichte neben zahlreichen Aufsätzen und Essays die folgenden Bücher: „Nachzeit“ (1990), „Plötzlich war alles ganz anders – Deutsche Lebenswege im Umbruch“ (1994), den Bestseller „Ihr könnt uns einfach nicht verstehen – Warum Ost- und Westdeutsche aneinander vorbeireden“ (2001), „Zeit als Lebenskunst“ (2007) und „Tagebuchschreiben“ (2018).

Zum aktuellen Buch „Tagebuchschreiben“ auf der Verlagsseite (Wagenbach) geht es ⇒hier entlang.

 

5 Gedanken zu „Über Tagebuchschreiben und Lebenskunst. Ein Gastbeitrag von Olaf Georg Klein

  1. Lieber Anton, nein, diesen Eindruck habe ich bei deinen Beiträgen nicht. Das ist aber, muss ich gestehen, mein Eindruck, wenn ich manche anderen Schreibratgeber und Schreibblogs lese. Und weil der Beitrag nicht von dir kam, habe ich ihn fälschlicherweise erst mal kritisch beäugt, das aber sogleich korrigiert. Alles gut, keine Sorge, schreib weiter diesen Blog, ich werde ihn weiterhin gerne lesen. Herzliche Grüße, Anette

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  2. Ein sehr schöner Beitrag, Herr Klein, den ich so nur unterschreiben kann.
    Ich habe vor einigen Jahren mit dem Schreiben auch das Tagebuchschreiben wiederentdeckt und bin sehr glücklich damit.

    »[…] unterscheiden, was für einen selbst wesentlich ist und was unwesentlich. Und während man das tut, lernt man es, ganz nebenbei« Das ist dabei ein besonders wichtiger Punkt für mich. Ich schreibe auf, was mir durch den Kopf geht – was ich erlebt habe, wie ich es erlebt habe, Phantasien, Ideen etc. – und denke mir dann oft so etwas wie »Hm, jetzt habe ich ja gar nichts zu dieser oder jener Sache geschrieben, die die Liebste aktuell so beschäftigt« und wundere mich einen Augenblick lang, weil ein Teil von mir der festen Überzeugung ist, mich sollte das ebenso beschäftigen, allein schon, weil es meine Freundin betrifft.
    Aber so lerne ich eben, dass es nicht so ist. Klar sorge ich mich um sie und natürlich möchte ich, dass es ihr gut geht, aber wenn ich tief genug in mich hineinschaue, sind da meine Sorgen. Unsere gemeinsamen Sorgen sind weiter oben, viel präsenter, einfach immer da. Und in meinem Tagebuch geht es um mich. Vielleicht auch um mich als Teil eines Wir, aber es geht nicht um uns.

    Auch der Unterschied zwischen Blog und Tagebuch ist wichtig. Ich führe beides und die Unterschiede sind bemerkenswert. Manchmal auch bemerkenswert gering, aber sie sind da. Auch das Lesen hat jeweils eine ganz andere Qualität für mich. Meine Tagebücher werden von Hand geführt, auf Papier und sind teilweise sogar selbst – von mir oder der Liebsten – von Hand gebunden. So sehr ich meinen ebook-Reader für Romane und jede Art von Display für Blogs liebe, aber ein echtes Tegebuch ist für mich einfach etwas, das man auch fühlen kann. Je nach verwendetem Stift und Papier, kann ich jeden einzelnen Buchstaben fühlen.
    Und so fühle ich auch in mein Ich des entsprechenden Tages hinein. Ich sehe an meiner Schrift, ob ich gehetzt war, ob ich gezittert habe oder ob vollkommen ruhig und beherrscht geschrieben habe. Ich sehe vor meinem inneren Auge manchmal die Szenerie, in der ich mit genau diesem Tagebuch saß und genau diesen Eintrag verfasst habe. Dieser Unterschied zwischen Selbsterfahrung und Selbstdarstellung, wie es im Text bezeichnet wird, ist für mich ein ganz klarer Grund, auch in Zukunft beides parallel fortzusetzen.

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  3. Lieber Anton, als ich Deine Mail las, dachte ich: „Oh nein, jetzt wird uns auch noch das Tagebuchschreiben beigebracht, standardisiert und auf Mainstream getrimmt.“ Dann begann ich zu lesen und mein Herz ging auf. Heute Abend, wenn ich mehr Zeit habe, werde ich mir diesen Text noch einmal zu Gemüte führen und jedes Wort, jeden Satz, jeden Absatz Lesen, als wäre es das Stück Schokolade auf der Zunge, die Tasse Kaffee dazu und der Blumenstrauß für die Nase und die Augen. Danke 🙏🏻 Herzliche Grüße, Anette

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    1. Liebe Anette,

      der Dank gebührt dem Autor dieses Gastbeitrags: Olaf Georg Klein. Aber es freut mich, dass dir der Beitrag gefällt.

      Allerdings bin ich jetzt etwas verunsichert: Hast du denn den Eindruck, dass meine übrigen Beiträge versuchen, das Schreiben zu standardisieren und auf Mainstream zu trimmen? – Nichts läge mir ferner…

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