Marketing für Selfpublisher

Wie geht man am besten vor, um die eigenen Bücher erfolgreich zu verkaufen?

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, hat beispielsweise ein neues E-Book allein beim größten Anbieter, dem Kindle Shop von Amazon, etwa eine halbe Million Mitbewerber um die Gunst und das Geld der potentiellen Käufer und Leser. Und im Printsektor sieht es nicht besser aus. Um Ihr Buch zu verkaufen, müssen Sie es also erst einmal in den Fokus der Aufmerksamkeit einer möglichen Zielgruppe bringen. Mit anderen Worten: Ihr Buch muss sichtbar werden, um nicht in der unüberschaubaren Zahl der anderen Bücher zu verschwinden.

Und von alleine passiert das nicht. Mag man als Neuling (bei mir war es nicht anders), sehr enthusiastisch, hoffnungsvoll und etwas blauäugig, noch daran glauben, dass sich durch das Mysterium des Internets auf wundersame Weise ein Überraschungserfolg einstellen könnte, sobald man sein Werk auch nur hochgeladen hat und es nun offiziell zum Kauf angeboten wird, folgt dieser Hoffnung die Ernüchterung auf dem Fuß. Man hat sein Buch, in das man viel Arbeit und Zeit und vielleicht auch Geld investiert hat, veröffentlicht – und keinen interessiert es. Nein, der Erfolg wird sich in 99 Komma Periode 9 Prozent aller Fälle nicht von alleine einstellen.

Sie müssen also Werbung für Ihr Buch machen und Kolporteur in eigener Sache werden!

Was können Sie tun?


1. Gestaltung

Auch wenn die Gestaltung Ihres Buches auf den ersten Blick nicht direkt in den Bereich des Marketing hineinfallen mag, so sind doch das Coverdesign wie auch der Klappentext wesentliche Elemente, die für Ihr Werk werben und als Blickfang wie auch als „Appetizer“ den Kaufimpuls potentieller Leser auslösen können. Mehr dazu finden Sie ebenfalls hier bei indieautor.


2. Social Media

Machen Sie auf sich bzw. Ihr Buch aufmerksam über Facebook, Xing, Twitter oder andere soziale Internetplattformen, bei denen Sie angemeldet sind. Meistens gibt es dort auch spezielle Gruppen, die sich mit Literatur und Büchern im Allgemeinen oder sogar Selfpublishing im Speziellen beschäftigen. Dort können Sie Ihr Werk an entsprechender Stelle vorstellen. Doch Vorsicht: Viele Moderatoren und auch Gruppenmitglieder reagieren auf allzu offensive Werbung empfindlich, und schnell handelt man sich negative Reaktionen und abfällige Kommentare ein. Schauen Sie sich also die Foren und ihre Regeln genau an, bevor Sie dort posten!

Laden Sie bei Facebook echte und sogenannte Freunde dazu ein, Ihren Beitrag, in dem Sie Ihr Buch vorstellen, zu teilen. Mit etwas Glück stellt sich ein Schneeballeffekt ein und potentielle Leser werden auf Ihr Werk aufmerksam.

Das alles setzt natürlich voraus, dass Sie zu denjenigen gehören, die gerne aller Welt mitteilen, was sie tun, getan haben und vielleicht sogar gedenken zu tun. Nicht jedem liegt diese Extrovertiertheit in der Natur. Eine Methode, sich etwas von der Marktschreierei in eigener Sache zu distanzieren und dennoch die Möglichkeiten der Social Media zu nutzen, wäre diese: Nutzen Sie als Autor ein Pseudonym. Und für dieses Pseudonym oder Ihr Buch legen Sie eine eigene Facebook-Seite an. Dort können Sie dann Beiträge posten und für Ihr Buch werben, um dann die besagten „Facebook-Freunde“ dazu einzuladen, Ihre Inhalte zu teilen und zu mögen.

Je mehr man über diese Social-Media-Mechanismen schreibt, desto alberner klingt es; aber das ist, wie die Dinge funktionieren.

Doch auch wenn Ihnen Ihre „Freunde“ bei Facebook ein „Like“ oder „Gefällt mir“ schenken, bleibt die Frage: Handelt es sich bei diesen Leuten wirklich um potentielle Käufer Ihres Buches? Vielleicht. Doch dürfte damit die eigentliche Mehrheit der Zielgruppe noch nicht erreicht sein.

Hier haben Sie nun zwei Möglichkeiten: Sie belassen es bei dem, was Sie im Rahmen der kostenlosen Funktionen bewirken können und hoffen auf einen Schneeballeffekt; oder aber Sie nehmen zusätzlich Geld in die Hand und schalten z. B. bei Facebook Werbeanzeigen, um die Beitragsreichweite zu erhöhen.

Wie weit man die Möglichkeiten der Social-Media-Plattformen zu Werbezwecken ausnutzen möchte, liegt im eigenen Ermessen und ist sicherlich abhängig von der jeweiligen Persönlichkeitsstruktur – und vielleicht auch vom jeweiligen Geldbeutel.


3. Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Machen Sie Ihr Buch such- und auffindbar. Benutzen Sie dafür in Ihren Buchbeschreibungen (und vielleicht auch in Ihren Buchtiteln) entsprechende „Keywords„, also Schlüsselworte. Wenn es sich bei Ihrem Buch um einen Krimi handelt, so sollte das Wort „Krimi“ oder „Kriminalroman“ (am besten beides) auch in den entsprechenden Beschreibungen zu Ihrem Werk auftauchen.

Verlinken Sie an passenden Stellen im Internet auf Ihr Buch. Sie können dafür auch einen eigenen Autorenblog anlegen oder eine eigene Website für das Werk bzw. die Reihe. Auch Buchbesprechungsblogs, Foren, Facebook, Xing, Twitter und Buchmarketingseiten sind gute Orte, um Verlinkungen zu setzen. Doch beachten Sie bitte, was ich im vorherigen Abschnitt zur Werbung in Social-Media-Gruppen gesagt habe… Buchmarketingseiten sind zum Beispiel das sehr kommerziell ausgerichtete xtme.de (ausschließlich für E-Books) oder das exklusivere und eher bibliophil ausgerichtete bookwatch.de (Print und E-Book).


4. Preisaktionen

Um Ihr Buch in den entsprechenden Rankings der Anbieter in die Höhe steigen zu lassen, können Preisaktionen helfen. Die meisten Distributoren bieten die Möglichkeit, Werke für eine zeitlich begrenzte Dauer zu einem günstigeren Preis zu verkaufen. Je mehr Schnäppchenjäger dann zugreifen, umso besser für Ihr Verkaufsranking und umso besser für die Sichtbarkeit Ihres Produktes. Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit zu Gratisaktionen, d. h. Sie verschenken Ihr Werk an interessierte Leser. Mehr zu Sinn und Unsinn solcher Aktionen finden Sie hier.

Doch auch diese Aktionen selbst müssen erst einmal publik gemacht werden, denn wenn keiner von dem günstigen Angebot weiß, wird es für die Absatzzahlen Ihres Buches keinen Unterschied machen. Auch hier empfiehlt es sich, Werbung über die entsprechenden Kanäle (siehe oben) zu betreiben.


5. Offline-Werbung

Damit sind die klassischen Medien und Werbemaßnahmen gemeint, wie z. B. Artikel in Lokalzeitungen, Rezensionen im Feuilleton, Interviews in Illustrierten oder im Radio, Auftritte im (Lokal-)Fernsehen, Werbung auf Flyern oder auf Plakaten, Auftritte auf Messen oder in Buchhandlungen, Lesungen, Inserate, Anzeigen, …

Für klassische Printprodukte können solche Maßnahmen sicherlich sinnvoll sein, sofern überhaupt ein entsprechendes Budget dafür vorhanden ist bzw. man über entsprechende Kontakte verfügt, um mediale Präsenz herzustellen.

Dahingegen werden Anzeigenschaltung oder Plakatieren oder Flyer die Absatzzahlen eines E-Books höchstwahrscheinlich nur sehr unwesentlich beeinflussen. Das liegt daran, dass Sie auf diese Art kaum die E-Book-affine Zielgruppe erreichen werden.

Andererseits: Ausnahmen bestätigen die Regel. Wenn Sie eine gute Idee diesbezüglich haben sowie das Gefühl, dass eine bestimmte Werbeaktion erfolgversprechend sein könnte, möchte ich Ihnen das bestimmt nicht ausreden. Probieren Sie es!

Vielleicht habe ich dann durch diesen Beitrag zumindest die Enttäuschung etwas abfedern können, falls sich kaum Resonanz auf dieserart Werbung einstellen sollte.


6. Die Sache mit dem Ranking

Das Ranking Ihres Buches im Online-Shop berechnet sich nach der Anzahl der verkauften Exemplare pro Stunde – zumindest ist dies die Methode des größten Anbieters, Amazon. Erreicht Ihr Werk ein entsprechend gutes Ranking, wird es auch in einer der Bestseller-Listen angezeigt werden.

Um effektiv im Ranking zu steigen, empfiehlt es sich, möglichst viele verschiedene Werbemaßnahmen (siehe oben) für ein Buch zu bündeln, so dass binnen kurzer Zeit möglichst viele Käufe stattfinden. Sollte man es tatsächlich auf diese Weise schaffen, fünfzig Bücher an einem Tag zu verkaufen, kann man es damit unter die Top-200 im Shop schaffen und in manchen der Bestsellerlisten mit Glück sogar Platz 1 erreichen – allerdings nicht in den am meisten nachgefragten Bereichen, wie Thriller oder Liebesromane. Wer sich dafür interessiert, welche Genres sich am besten verkaufen, findet einen entsprechenden Beitrag hier.

Natürlich freut man sich auch schon, wenn man 100 Exemplare des eigenen Werkes pro Monat verkauft. Aber das sind umgerechnet eben „nur“ drei bis vier Bücher pro Tag, was für eine obere Positionierung im Ranking noch nicht reicht.


7. Kontinuität

Wozu ich in jedem Fall raten kann und wovon ich bei jedem, der aus innerem Antrieb schreibt, ausgehe, ist: Schreiben Sie immer wieder neue Bücher!

Die meisten der erfolgreichen Autoren in den Bestsellerlisten sind keine Einzeltäter, sondern publizieren seit Jahren regelmäßig Werke und haben sich auf diese Weise bereits eine treue Leserschaft aufgebaut, die stetig wächst.

Kontinuierliches Schreiben und Veröffentlichen sind letztlich die besten Garanten für Verkaufserfolge – sofern die Qualität stimmt.

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